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    Plakate gegen Gebrüll und Türenschlagen

    Kampagne gegen Partnerschaftsgewalt

    Ein Infobrett mit angehefteten Papieren und Plakaten, darunter ein Plakat über das Erleben von Kindern wenn die Eltern sich anbrüllen. Im Hintergrund eine gelbe Wand, im Anschnitt eine dunkelgrüne Tür mit weißer Türklinke.

    Kin­der, die Gewalt zwi­schen ihren Eltern oder Bezugs­per­so­nen erle­ben, kön­nen die­se Erfah­rung nicht allei­ne bewäl­ti­gen. Auch wenn sie selbst nicht phy­sisch betrof­fen sind, lei­den sie psy­chisch unter der Gewalt der Erwach­se­nen. Um die­sen Aspekt bekann­ter zu machen, beauf­tragt die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Kin­der­schutz-Zen­tren die groß­ar­ti­ge Illus­tra­to­rin Rosa Lin­ke und mich eine Pla­kat­kam­pa­gne zu entwickeln.

    Für Betrof­fe­ne gibt es vie­le Grün­de, die Gewalt ihres Part­ners, ihrer Part­ne­rin aus­zu­hal­ten: ein Grund sind oft die Kin­der. Vie­le den­ken, für sie müss­te man die Situa­ti­on aus­hal­ten. Erwach­se­ne hof­fen, dass ihre Kin­der noch zu klein sind, um zu spü­ren, dass in ihrer Welt etwas nicht stimmt. Sie gehen davon, dass die Klei­nen schon schla­fen, nichts mit­be­kom­men. Sie den­ken, dass es den Kin­dern gut geht, solan­ge sie sel­ber nicht direkt von Gewalt betrof­fen sind. 

    Lei­der ist das eine fal­sche Annah­me! Kin­der hören, sehen und spü­ren, was in ihrem Umfeld pas­siert. Sie lei­den, wenn einer Per­son, die sie lie­ben, Gewalt ange­tan wird; und sie lei­den, wenn eine Per­son, die sie lie­ben, Gewalt aus­übt. Sie sind inner­lich zer­ris­sen und hilf­los.  Das dar­zu­stel­len, war Grund­la­ge für die Gestal­tung von Pla­ka­ten, Fly­ern und wei­te­rem Grafikmaterial. 

    Plakate als Türöffner

    Wie gestaltet man Plakate zu einem schwierigen Thema?

    Die bun­ten Illus­tra­tio­nen von Rosa Lin­ke neh­men fast das gan­ze Pla­kat ein und zei­gen, wie Kin­der Gewalt zu Hau­se mit­er­le­ben. Die Moti­ve sind expli­zit ohne zu ver­schre­cken. Die groß gesetz­ten Titel-Aus­sa­gen stel­len einen direk­ten Bezug zur Erleb­nis­welt der Kin­der her: Wenn sich mei­ne Eltern anbrül­len, tun mei­ne Ohren weh!“ Damit kön­nen sich betrof­fe­ne Kin­der iden­ti­fi­zie­ren und ent­de­cken dabei oft zum ers­ten Mal, dass sie nicht allei­ne sind mit ihrer Erfah­rung. Ein kur­zer Text spie­gelt ihre Situa­ti­on, spricht Angst, Wut und Trau­rig­keit offen an. Vor allem aber eröff­net es den Kin­dern ers­te Hand­lungs­räu­me: Sprich dar­über! Mit Erwach­se­nen, denen du ver­traust!“. Das kön­nen Lehr­kräf­te sein, genau­so wie Erzieher:innen oder ande­re Ver­trau­ens­per­so­nen. Wir sind für dich da. Wir hören dir zu und hel­fen dir.“ Die Kon­takt­da­ten zur nächs­ten Kin­der­schutz-Ein­rich­tung sind gleich im Feld dane­ben ange­ge­ben. Dort kön­nen Kin­der mit ihren Bezugs- oder Ver­trau­ens­per­so­nen wei­te­re Hil­fe finden.

    Wie wirken die Plakate?

    Bil­der­bü­cher, Comics, Zei­chen­trick­fil­me – die Pla­ka­te fügen sich gestal­te­risch in die Lebens­welt von Kin­dern ein. Das macht es leicht, über­haupt näher ran­zu­ge­hen, sich anzu­gu­cken, wor­um es dabei geht.

    Die drei Moti­ve stel­len unter­schied­li­che For­men von Gewalt dar. So bie­ten die Pla­ka­te Ver­trau­ens­per­so­nen einen leich­ten Ein­steig ins Gespräch – selbst ohne kon­kre­ten Ver­dacht kön­nen sie mit den Kin­dern auch in der Grup­pe dar­über spre­chen: Was siehst du da? Wie geht es dem Kind auf dem Bild? Hast du auch manch­mal Angst? 

    Design für ergänzende Informationen

    Flyer zum Einstecken

    Neben der direk­ten Anspra­che der Kin­der hat die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Kin­der­schutz-Zen­tren das Wich­tigs­te für Eltern und Fach­kräf­te in je einem Fly­er zusam­men­ge­fasst. Die Fly­er habe ich so gestal­tet, dass die Titel­sei­ten die Moti­ve der Pla­ka­te auf­neh­men, um einen kla­ren visu­el­len Bezug her­zu­stel­len. Mit gro­ßen Illus­tra­tio­nen und klei­nen Design­ele­men­ten gelingt es, die Situa­ti­on der Kin­der adäquat dar­zu­stel­len und die gebo­te­ne Dring­lich­keit zu ver­mit­teln. Gleich­zei­tig sol­len die Eltern nicht wei­ter unter Druck gesetzt wer­den – ihre Situa­ti­on ist sowie­so schon schwie­rig. Dage­gen habe ich im Design viel Raum und lich­te Far­ben gesetzt. Zusam­men mit den kur­zen Tex­ten ver­mit­teln die Fly­er den Ein­druck: wir sind für dich da, wir hel­fen dir, es ist ganz leicht!

    Die loka­len Kin­der­schutz-Zen­tren kön­nen sowohl die Pla­ka­te als auch die Fly­er mit ihren eige­nen Kon­takt­da­ten per­so­na­li­sie­ren, um kon­kret Hil­fe vor Ort anzu­bie­ten. So ist eine uni­ver­sell ein­setz­ba­re Kam­pa­gne ent­stan­den, die deutsch­land­weit in Kin­der­gär­ten, Schu­len und Ein­rich­tun­gen der Kin­der- und Jugend­hil­fe Auf­merk­sam­keit generiert.

    Grafikdesignerin Julia Harms in ihrem Büro: Eine Frau mit dunkelblondem Haar und schwarzem Pullover, im Hintergrund: Regale und eine Pflanze

    Julia Harms

    Grafikdesignerin für gute Projekte

    Ich gestal­te Inhal­te so, dass sie ver­stan­den wer­den und Men­schen zusam­men­brin­gen. Dabei arbei­te ich eng mit mei­nen Kund:innen zusam­men – kom­mu­ni­ka­tiv, empa­thisch und mit Freu­de an schö­nen Ergebnissen.

    Mein Ziel: Design, das Türen öff­net und Wir­kung zeigt.