Was ist ein Logo? Einfach erklärt.

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Die Design-Welt über­treibt ger­ne ein biss­chen und behaup­tet: Ein Logo zeigt auf den ers­ten Blick, wer der Absen­der ist und wofür er steht. Als ein­präg­sa­mes Bei­spiel wird dann z.B. der Apfel von Apple genannt – aha! Was sagt das denn bit­te über die Mar­ke aus: An jedem Han­dy fehlt ein Stück? Tech­nik so lecker, dass man hin­ein­bei­ßen möchte?

Natür­lich stimmt es: Ein Logo ist ein visu­el­les Erken­nungs­zei­chen. Es zeigt aber nicht allen und schon gar nicht auf den ers­ten Blick, was dahintersteckt. 

Was du über Logos wissen musst – kurz und knapp:

Ein Logo erklärt sich nicht von selbst.

  • Far­be ist das wich­tigs­te Merk­mal – sie wird sofort rich­tig zugeordnet.
  • Ein Logo greift einen Aspekt dei­ner Geschich­te auf, mit dem du dich stark iden­ti­fi­ziert. Des­halb zeigst du es gerne.
  • Dei­ne Inhal­te und dein Auf­tritt erzäh­len den Rest – das Logo wird dann zum Sym­bol für das gro­ße Ganze.
Inhalts­ver­zeich­nis

Ein Logo als visuelles Erkennungszeichen

Das Logo wird oft als Gesicht des Unter­neh­mens bezeich­net. Das Pro­blem: Frem­de Gesich­ter sagen einem meis­tens nichts. Wenn ich auf das Klas­sen­fo­to mei­ner Toch­ter gucke, sehe ich lau­ter Jugend­li­che. Ich sehe aber nicht, wer von denen nett ist, mit wem man gut die Pau­se ver­brin­gen oder gemein­sam über schlech­te Noten lachen kann. Es sind ein­fach nur Gesich­ter, kei­ne Charaktere.

Eine Gruppe von Schülern und ein Erwachsener posieren für ein Klassenfoto in mehreren Reihen vor einem dunklen Hintergrund.

Ein biss­chen bes­ser wird es für Außen­ste­hen­de bei dem Quatsch­fo­to. Hier kann ich zumin­dest erken­nen, wer mit wem enger befreun­det ist, wer es albern fin­det hier zu posie­ren und wer kei­ne Scheu davor hat, sich zum Affen zu machen. Ich mag an die­sen Fotos vor allem die Lehr­kräf­te, die so schön aus euren Rol­len fal­len und als Men­schen nah­bar werden.

Eine Gruppe von Schülern und ein Erwachsener stehen und sitzen auf Bänken und Kisten und posieren gemeinsam auf einer Bühne vor einem dunklen Hintergrund.

Für mei­ne Toch­ter unter­schei­den sich die Mitschüler:innen natür­lich viel mehr: sie kennt Namen und Eigen­ar­ten, weiß, mit wem sie was bere­den kann und wer sich für sie in die Schlan­ge bei der Men­sa stellt. Für sie sind es mehr als nur Gesich­ter, weil zu ihnen Namen, Per­sön­lich­kei­ten und Geschich­ten gehören.

Was wir kennen

Die meis­ten Logos ord­nen wir kor­rekt zu, weil wir sie oft sehen – wie eben den Klas­sen­ka­me­ra­den oder die Kas­sie­re­rin vom Super­markt an der Ecke. Im fal­schen Kon­text tun wir uns aller­dings schwer und bei Logos schei­tern wir an den Details. Eine klei­ne Stu­die mit 150 Amerikaner:innen hat gezeigt, wie selbst welt­weit bekann­te Mar­ken voll­kom­men falsch nach­ge­zeich­net wer­den:

Die Design-Welt war natür­lich scho­ckiert, die gan­zen Leit­fä­den und Prin­zi­pi­en für nichts. Ein Logo müss­te man doch nach dem bekann­ten Typo­gra­phen Kurt Wei­de­mann mit dem gro­ßen Zeh in den Sand zeich­nen kön­nen – und jetzt geht es noch nicht mal mit Stiften …

Was wir wiedererkennen

adi­das bleibt auch mit 4 Strei­fen erkenn­bar und selbst Star­bucks – mit sei­nem detail­rei­chen Bild­ele­ment – kann man in den meis­ten hand­ge­zeich­ne­ten Ent­wür­fen vor allem wegen dem Grün noch mit Star­bucks ver­knüp­fen. Es ist so wie mit den eige­nen Mitschüler:innen oder Kolleg:innen: Ich wür­de sie nicht unbe­dingt zeich­nen kön­nen, aber doch immer auf der Stra­ße wiedererkennen.

Das reicht tat­säch­lich aus: Dei­ne Ziel­grup­pe oder dei­ne Kund:innen müs­sen sich nicht im Detail an dein Logo erin­nern. Wenn sie aber zum Bei­spiel dei­ne Bro­schü­re gese­hen haben und jetzt vor der Bera­tungs­stel­le ste­hen, müs­sen sie intui­tiv wis­sen, dass sie hier rich­tig sind.

Was zeichnet ein gutes Logo aus?

Farben zeigen Persönlichkeit

Wir wer­fen noch­mal einen blin­zeln­den Blick aufs Klas­sen­fo­to: Wäh­rend Schwarz-Weiß bis Pas­tell bei der Klei­dung deut­lich über­wie­gen, sticht eine Per­son leuch­tend Blau her­vor. In der ers­ten Auf­nah­me hat die Foto­gra­fin sie tat­säch­lich nach außen gesetzt, damit sie nicht all­zu viel Auf­merk­sam­keit auf sich zieht.

Eine Gruppe von Menschen posierte auf einer Bühne vor einem dunklen Hintergrund für ein Foto; einige saßen, andere standen.

Mehr noch als das Logo selbst sind Far­ben das Erken­nungs­merk­mal schlecht­hin. Im oben genann­ten Expe­ri­ment mit den selbst gezeich­ne­ten Logos wird das bestä­tigt: Die Farb­kom­bi­na­tio­nen der Fir­men wer­den größ­ten­teils rich­tig wie­der­ge­ge­ben. Für die Spar­kas­se war das ein Grund sich über meh­re­re Jah­re und Instan­zen mit der San­tan­der über Rot zu strei­ten. Bei­de wis­sen: Zei­chen und Buch­sta­ben müs­sen erst gele­sen wer­den, Far­ben erken­ne ich schon aus dem Augenwinkel. 

Wirf einen Blick in den Klei­der­schrank oder auf dei­ne Möbel: Mit wel­chen Far­ben umgibst du dich ger­ne? Gibt es eine ange­mal­te Büro­wand oder ein Pos­ter, das alle Kolleg:innen mögen? Wel­che Far­ben habt ihr bis­her – völ­lig intui­tiv – in Doku­men­ten und Prä­sen­ta­tio­nen eingesetzt?

Je mehr Inspi­ra­ti­on aus dei­nem All­tag kommt, des­to ein­fa­cher wird es, die­se Far­ben auch pro­fes­sio­nell zu eta­blie­ren. Sie tau­chen dann ganz natür­lich im Hin­ter­grund auf, in Fotos und Sto­ries – und stär­ken damit dein Logo.

Jedes Logo erzählt eine Geschichte

Ein Logo spie­gelt nicht alle Sei­ten dei­ner Per­sön­lich­keit wider, son­dern greift einen Aspekt dei­ner Geschich­te auf.

Es ist wie auf dem zwei­ten, unge­stell­ten Foto. Hier zeigt sich nicht nur, wer rich­tig dicke mit­ein­an­der ist, viel­mehr wer­den völ­lig unter­schied­li­che Ideen von Freund­schaft prä­sen­tiert: Die eine trägt die ande­re durchs Leben, eine Grup­pe von Mäd­chen flößt sich lachend gegen­sei­tig Selbst­ver­trau­en ein, eine ande­re wird von ihrer Freun­din ein­fach nur herz­lich umarmt. Drei Mäd­chen ver­krie­chen sich in ihren Hoo­dies und schaf­fen es so, den Humor ihrer Freund­schaft in einer coo­len Pose zu manifestieren.

Schwarz-Weiß-Illustration von Isaac Newton, der mit einem Apfel unter einem Baum sitzt, eingerahmt von einem Band mit der Aufschrift „Apple Computer Co.“.
© Apple, Inc. – Ver­wen­dung zu redak­tio­nel­len Zwecken

Das aller­ers­te Logo von Apple 1976 zeigt Isaac New­ton als Kup­fer­stich unter einem Apfel­baum sit­zend. Es zitiert damit die Legen­de, dass der senk­recht run­ter fal­len­de Apfel New­ton zur Gra­vi­ta­ti­ons­theo­rie inspi­riert habe. Wie schon fest­ge­stellt, hat das mit Com­pu­tern rein gar nichts zu tun. Die Grün­der von Apple refe­ren­zier­ten damit vor allem die Genia­li­tät des For­schers und die All­täg­lich­keit des Moments.

Als Rob Jan­off ein Jahr spä­ter das neue Logo gestal­tet, behält er aus der Anfangs­idee nur den Apfel. Durch die Reduk­ti­on ent­wirft er ein iko­ni­sches Zei­chen, das immer noch besteht und in das sich heu­te viel hin­ein­le­sen lässt. Obwohl der Ent­de­cker nicht mehr sicht­bar ist, wird das Apple-Logo bei­spiels­wei­se mit Inno­va­ti­on gleich­ge­setzt. Das Sym­bol selbst gibt das gar nicht her, wohl aber die Unter­nehmens­geschichte, die Erfin­der­geist bestän­dig fortschreibt.

Genau wie beim Klas­sen­fo­to gilt: erst die Geschich­te dahin­ter macht aus einem Gesicht einen Cha­rak­ter und aus einer Gra­fik ein Logo.

Steh mutig zu dir selbst: Wie habt ihr euch gefun­den? Was bewegt dich an dei­ner Arbeit? Was unter­schei­det eure Initia­ti­ve von ande­ren im sel­ben Feld?

Dein individuelles Logo-Design

Die Per­son in leuch­tend Blau auf dem Klas­sen­fo­to sticht her­vor aus dem Gleich-Gleich der Klei­dungs­far­ben. Mehr Per­sön­lich­keit wird sicht­bar als alle frei posie­ren dür­fen. Trotz­dem bleibt auch das zwei­te Foto eine Moment-Auf­nah­me – und zeigt jeweils nur eine von vie­len tol­len Eigenschaften.

Als Orga­ni­sa­ti­on kennst du eure Wer­te und eure gan­ze Geschich­te. Wel­chen Aus­schnitt davon möch­test du zei­gen? Und wie? Hier hilft der Blick von außen: Im Brie­fing-Gespräch kannst du ein­fach frei erzäh­len – wäh­rend bei mir im Kopf schon ver­schie­de­ne Bil­der ent­ste­hen. Man­che davon sind rich­tig star­ke Logo-Ideen, die ich dann ent­spre­chend aus­ar­bei­te. So bekommst du zwei bis drei sehr unter­schied­li­che Ent­wür­fe, die ver­schie­de­ne Schwer­punk­te zei­gen. In den meis­ten Fäl­len merkst du schon wäh­rend der Prä­sen­ta­ti­on: Das ist mein neu­es Logo!

Ein Beispiel aus der Praxis:

  • Logo-Entwicklung für die Sternenkindfamilie

    Logo-Entwicklung für die Sternenkindfamilie

    Bei der Logo-Ent­wick­lung der Ster­nen­kind­fam­lie steht schnell fest: Das Logo soll kei­nes der übli­chen Zei­chen für Trau­er oder Lie­be auf­neh­men. Gesucht wird ein Sym­bol, das dem Leben mit einem Ster­nen­kind in all sei­nen Facet­ten gerecht wird.

    Wei­ter­le­sen

Woran erkennst du ein gutes Logo? 

Ein Logo funk­tio­niert, wenn es einen Aspekt dei­ner Orga­ni­sa­ti­on wider­spie­gelt, mit dem du dich stark iden­ti­fi­zierst. Das ist dei­ne Scho­ko­la­den­sei­te. Weil du die an dir selbst magst, zeigst du dich ger­ne mit dei­nem neu­en Logo. Viel­leicht druckst du es sogar gleich auf dei­nen neu­en Lieb­lings­be­cher und die T‑Shirts? Mit dei­nen ganz eige­nen Far­ben stichst du noch mehr her­vor – und wirst sogar bes­ser erinnert. 

Trotz­dem ist es nicht allein das Logo: Mit dei­nen Inhal­ten, dei­ner Anspra­che und dei­nen Bil­dern zeigst du stän­dig, wer du bist, und erzählst damit dei­ne Geschichte. 

So wirst du von der Unbe­kann­ten zur Vertrauten: 

  1. Zuerst wird dein Logo nur gese­hen – ein Gesicht unter vielen.
  2. Dann wird es dei­nem Auf­tritt zuge­ord­net – hier ent­steht Persönlichkeit.
  3. In der Fol­ge wird es zuver­läs­sig wie­der­erkannt – als Zei­chen mit Charakter.

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