Was ist ein Logo? Einfach erklärt.

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Die Design-Welt über­treibt ger­ne ein biss­chen und behaup­tet: Ein Logo zeigt auf den ers­ten Blick, wer der Absen­der ist und wofür er steht. Als ein­präg­sa­mes Bei­spiel wird dann z.B. der Apfel von Apple genannt … aha! Was sagt das denn bit­te über die Mar­ke aus: An jedem Han­dy fehlt ein Stück? Tech­nik so lecker, dass man hin­ein­bei­ßen möchte?

Definition Logo

Natür­lich stimmt es: Ein Logo ist ein visu­el­les Erken­nungs­zei­chen – ob als Schrift­zug, Bild­zei­chen oder eine Kom­bi­na­ti­on aus bei­dem. Es soll cha­rak­te­ris­tisch für eine Orga­ni­sa­ti­on oder eine Per­son ste­hen. Das Pro­blem: Ein Logo allein ist nur eine gra­fi­sche Anord­nung aus For­men und Far­ben. Für sich genom­men ver­rät es noch nicht, wer oder was sich dahin­ter verbirgt.

Das Google-Logo, bei dem der Firmenname in bunten blauen, roten, gelben und grünen Buchstaben auf hellem Hintergrund geschrieben ist.
Schwarzes Nike-Swoosh-Logo auf hellgrauem Hintergrund.
Schwarz-weißes WWF-Logo mit einem stilisierten Riesenpanda über den Buchstaben „WWF“ in fetter Großbuchstabenschrift.

Goog­le ist eine rei­ne Wort­mar­ke, der Nike-Swoosh eine Bild­mar­ke und WWF eine kom­bi­nier­te Wort-Bild-Mar­ke. Wenn du die drei Unter­neh­men nicht ken­nen wür­dest, könn­test du nur beim Pan­da ver­mu­ten, dass die Orga­ni­sa­ti­on etwas mit Tie­ren zu tun hat – ein Zoo viel­leicht? Es könn­te aber z. B. auch ein Kin­der­gar­ten sein oder ein freund­li­cher Kampfsportverein.

Was über Logos wissen musst – kurz und knapp:

Ein Logo erklärt sich nicht von selbst.

  • Far­be ist das wich­tigs­te Merk­mal – sie wird sofort rich­tig zugeordnet.
  • Ein Logo greift einen Aspekt dei­ner Geschich­te auf, mit dem du dich stark iden­ti­fi­ziert. Des­halb zeigst du es gerne.
  • Kri­te­ri­en wie Ein­fach­heit oder Wie­der­erkenn­bar­keit kön­nen sich wider­spre­chen – am Ende zählt dein eige­ner Ausdruck. 
  • Mit dei­nen Inhal­ten und dei­nem Auf­tritt erzählst du dei­ne gan­ze Geschich­te: erst dann wird dein Logo zum Sym­bol für das gro­ße Ganze.
Inhalts­ver­zeich­nis

Ein Logo als visuelles Erkennungszeichen

Das Logo wird oft als Gesicht des Unter­neh­mens bezeich­net. Das Pro­blem: Frem­de Gesich­ter sagen einem meis­tens nichts. Wenn ich auf das Klas­sen­fo­to mei­ner Toch­ter gucke, sehe ich lau­ter Jugend­li­che. Ich sehe aber nicht, wer von denen nett ist, mit wem man gut die Pau­se ver­brin­gen oder gemein­sam über schlech­te Noten lachen kann. Es sind ein­fach nur Gesich­ter, kei­ne Charaktere.

Eine Gruppe von Schülern und ein Erwachsener posieren für ein Klassenfoto in mehreren Reihen vor einem dunklen Hintergrund.

Ein biss­chen bes­ser wird es für Außen­ste­hen­de bei dem Quatsch­fo­to. Hier kann ich zumin­dest erken­nen, wer mit wem enger befreun­det ist, wer es albern fin­det hier zu posie­ren und wer kei­ne Scheu davor hat, sich zum Affen zu machen. Ich mag an die­sen Fotos vor allem die Lehr­kräf­te, die so schön aus ihren Rol­len fal­len und als Men­schen nah­bar werden.

Eine Gruppe von Schülern und ein Erwachsener stehen und sitzen auf Bänken und Kisten und posieren gemeinsam auf einer Bühne vor einem dunklen Hintergrund.

Für mei­ne Toch­ter unter­schei­den sich die Mitschüler:innen natür­lich viel mehr: sie kennt Namen und Eigen­ar­ten, weiß, mit wem sie was bere­den kann und wer sich für sie in die Schlan­ge bei der Men­sa stellt. Für sie sind es mehr als nur Gesich­ter, weil zu ihnen Namen, Per­sön­lich­kei­ten und Geschich­ten gehö­ren – und das sieht sie auch in den bei­den Fotos. 

Was wir kennen

Die meis­ten Logos ord­nen wir kor­rekt zu, weil wir sie oft sehen – wie eben den Klas­sen­ka­me­ra­den oder die Kas­sie­re­rin vom Super­markt an der Ecke. Im fal­schen Kon­text tun wir uns aller­dings schwer und bei Logos schei­tern wir an den Details. Eine klei­ne Stu­die mit 150 Amerikaner:innen hat gezeigt, wie selbst welt­weit bekann­te Mar­ken voll­kom­men falsch nach­ge­zeich­net wer­den:

Die Design-Welt war natür­lich scho­ckiert, die gan­zen Leit­fä­den und Prin­zi­pi­en für nichts. Ein Logo müss­te man doch nach dem bekann­ten Typo­gra­phen Kurt Wei­de­mann mit dem gro­ßen Zeh in den Sand zeich­nen kön­nen – und jetzt geht es noch nicht mal mit Stiften …

Was wir wiedererkennen

adi­das bleibt auch mit 4 Strei­fen erkenn­bar und selbst das im Ori­gi­nal sehr detail­rei­che Star­bucks-Logo kann man in den meis­ten hand­ge­zeich­ne­ten Ent­wür­fen vor allem wegen des Grüns noch mit Star­bucks ver­knüp­fen. Es ist so wie mit den eige­nen Mitschüler:innen oder Kolleg:innen: Ich wür­de sie nicht unbe­dingt zeich­nen kön­nen, aber doch immer auf der Stra­ße wiedererkennen.

Das reicht tat­säch­lich aus: Dei­ne Ziel­grup­pe oder dei­ne Kund:innen müs­sen sich nicht im Detail an dein Logo erin­nern. Wenn sie aber zum Bei­spiel dei­ne Bro­schü­re gese­hen haben und jetzt vor der Bera­tungs­stel­le ste­hen, müs­sen sie intui­tiv wis­sen, dass sie hier rich­tig sind.

Was zeichnet ein gutes Logo aus?

Farben zeigen Persönlichkeit

Wir wer­fen noch­mal einen blin­zeln­den Blick aufs Klas­sen­fo­to: Wäh­rend Schwarz-Weiß bis Pas­tell bei der Klei­dung deut­lich über­wie­gen, sticht eine Per­son leuch­tend Blau her­vor. In der ers­ten Auf­nah­me hat die Foto­gra­fin sie tat­säch­lich nach außen gesetzt, damit sie nicht all­zu viel Auf­merk­sam­keit auf sich zieht.

Eine Gruppe von Menschen posierte auf einer Bühne vor einem dunklen Hintergrund für ein Foto; einige saßen, andere standen.

Mehr noch als das Logo selbst sind Far­ben das Erken­nungs­merk­mal schlecht­hin. Im oben genann­ten Expe­ri­ment mit den selbst gezeich­ne­ten Logos wird das bestä­tigt: Die Farb­kom­bi­na­tio­nen der Fir­men wer­den größ­ten­teils rich­tig wie­der­ge­ge­ben. Für die Spar­kas­se war das ein Grund sich über meh­re­re Jah­re und Instan­zen mit der San­tan­der über Rot zu strei­ten. Bei­de wis­sen: Zei­chen und Buch­sta­ben müs­sen erst gele­sen wer­den, Far­ben erken­ne ich schon aus dem Augenwinkel. 

Was du daraus mitnehmen kannst

Wirf einen Blick in den Klei­der­schrank oder auf dei­ne Möbel: Mit wel­chen Far­ben umgibst du dich ger­ne? Gibt es eine ange­mal­te Büro­wand oder ein Pos­ter, das alle Kolleg:innen mögen? Wel­che Far­ben habt ihr bis­her – völ­lig intui­tiv – in Doku­men­ten und Prä­sen­ta­tio­nen eingesetzt?

Je mehr Inspi­ra­ti­on aus dei­nem All­tag kommt, des­to ein­fa­cher wird es, die­se Far­ben auch pro­fes­sio­nell zu eta­blie­ren. Sie tau­chen dann ganz natür­lich im Hin­ter­grund auf, in Fotos und Sto­ries – und stär­ken damit dein Logo.

Jedes Logo erzählt eine Geschichte

Ein Logo spie­gelt nicht alle Sei­ten dei­ner Per­sön­lich­keit wider, son­dern greift einen Aspekt dei­ner Geschich­te auf.

Es ist wie auf dem zwei­ten, unge­stell­ten Foto. Hier zeigt sich nicht nur, wer rich­tig dicke mit­ein­an­der ist, viel­mehr wer­den völ­lig unter­schied­li­che Ideen von Freund­schaft prä­sen­tiert: Die eine trägt die ande­re durchs Leben, eine Grup­pe von Mäd­chen flößt sich lachend gegen­sei­tig Selbst­ver­trau­en ein, eine ande­re wird von ihrer Freun­din ein­fach nur herz­lich umarmt. Drei Mäd­chen ver­krie­chen sich in ihren Hoo­dies und schaf­fen es so, den Humor ihrer Freund­schaft in einer coo­len Pose zu manifestieren.

Schwarz-Weiß-Illustration von Isaac Newton, der mit einem Apfel unter einem Baum sitzt, eingerahmt von einem Band mit der Aufschrift „Apple Computer Co.“.
© Apple, Inc. – Ver­wen­dung zu redak­tio­nel­len Zwecken

Das aller­ers­te Logo von Apple 1976 zeigt Isaac New­ton als Kup­fer­stich unter einem Apfel­baum sit­zend. Es zitiert damit die Legen­de, dass der senk­recht run­ter fal­len­de Apfel New­ton zur Gra­vi­ta­ti­ons­theo­rie inspi­riert habe. Wie schon fest­ge­stellt, hat das mit Com­pu­tern rein gar nichts zu tun. Die Grün­der von Apple refe­ren­zier­ten damit vor allem die Genia­li­tät des For­schers und die All­täg­lich­keit des Moments.

Als Rob Jan­off ein Jahr spä­ter das neue Logo gestal­tet, behält er aus der Anfangs­idee nur den Apfel. Durch die Reduk­ti­on ent­wirft er ein iko­ni­sches Zei­chen, das immer noch besteht und in das sich heu­te viel hin­ein­le­sen lässt. Obwohl der Ent­de­cker nicht mehr sicht­bar ist, wird das Apple-Logo bei­spiels­wei­se immer noch mit Inno­va­ti­on gleich­ge­setzt. Das Sym­bol selbst gibt das gar nicht her, wohl aber die Unter­nehmens­geschichte, die Erfin­der­geist bestän­dig fortschreibt.

Wichtig für dich

Genau wie beim Klas­sen­fo­to gilt: erst die Geschich­te dahin­ter macht aus einem Gesicht einen Cha­rak­ter und aus einer Gra­fik ein Logo.

Steh mutig zu dir selbst: Wie habt ihr euch gefun­den? Was bewegt dich an dei­ner Arbeit? Was unter­schei­det eure Initia­ti­ve von ande­ren im sel­ben Feld?

Woran erkennst du ein gutes Logo?

Im Design wird die Qua­li­tät eines Logos oft an Kri­te­ri­en wie Ein­fach­heit oder Wie­der­erkenn­bar­keit fest­ge­macht – sie­he Zeh im Sand. Ich fin­de die­sen Anspruch schwie­rig und manch­mal schlicht­weg falsch: Das Star­bucks-Logo ist ziem­lich kom­pli­ziert – gera­de das macht es ein­zig­ar­tig und wiedererkennbar. 

Vier Starbucks-Logos aus den Jahren 1971, 1987, 1992 und 2011 zeigen die Entwicklung von einer braunen, detailreichen Sirene hin zu einer vereinfachten grün-weißen Sirene.
© Star­bucks: The Evo­lu­ti­on of our Logo – Ver­wen­dung zu redak­tio­nel­len Zwecken

Ein­fach­heit meint hier vor allem Ver­ein­fa­chung: Von der Radie­rung 1971 zur Illus­tra­ti­on mit kla­ren Lini­en, dann das Ran­zoo­men in das Motiv und 2011 schließ­lich der Ver­zicht auf alle wei­te­ren Details – statt­des­sen ein kla­res Bekennt­nis zur Sire­ne (so nennt man die zwei­schwän­zi­ge Meer­jung­frau) und eine star­ke Pose. Der Gewinn bei der letz­ten Über­ar­bei­tung: Das Logo wird leich­ter repro­du­zier­bar, das heißt es funk­tio­niert klein auf Visi­ten­kar­ten, gestickt auf T‑Shirts, als Pro­fil­bild oder Ladenschild, …

Ein­fach­heit kann auch zu einem rich­ti­gen Pro­blem wer­den, denn Ele­men­te wie Krei­se und ande­re geo­me­tri­sche For­men gibt es schon in unzäh­li­gen Logos. Das führt zu einer hohen Ver­wechs­lungs­ge­fahr. So mahn­te z. B. das Olym­pi­sche Kom­mit­tee die 6 Krei­se der Fahr­rad-Initia­ti­ve Nürn­berg steigt auf“ an und Apple hat­te Angst vorm Bon­ner Café Apfel­kind (die Kla­ge wur­de dann fal­len­ge­las­sen). Wie sagt man so schön: 2 Punk­te, Nase, Strich – ist halt immer nur ein Mondgesicht.

Was du für dein Logo wissen musst

Fin­de dei­nen eige­nen Aus­druck! Je indi­vi­du­el­ler dein Zei­chen, des­to schnel­ler wird es mit dir (und nur mit dir) in Ver­bin­dung gesetzt und erin­nert. Es so ein­fach zu gestal­ten, dass es sich in all dei­nen Anwen­dun­gen repro­du­zie­ren lässt, ist Auf­ga­be der Designerin.

Dein individuelles Logo-Design

Die Per­son in leuch­tend Blau auf dem Klas­sen­fo­to sticht her­vor aus dem Gleich-Gleich der Klei­dungs­far­ben. Mehr Per­sön­lich­keit wird sicht­bar als alle frei posie­ren dür­fen. Trotz­dem bleibt auch das zwei­te Foto eine Moment-Auf­nah­me – und zeigt jeweils nur eine von vie­len tol­len Eigenschaften.

Als Orga­ni­sa­ti­on kennst du eure Wer­te und eure gan­ze Geschich­te. Wel­chen Aus­schnitt davon möch­test du zei­gen? Und wie? Hier hilft der Blick von außen: Im Brie­fing-Gespräch kannst du ein­fach frei erzäh­len – wäh­rend bei mir im Kopf schon ver­schie­de­ne Bil­der ent­ste­hen. Man­che davon sind rich­tig star­ke Logo-Ideen, die ich dann ent­spre­chend aus­ar­bei­te. So bekommst du zwei bis drei sehr unter­schied­li­che Ent­wür­fe, die ver­schie­de­ne Schwer­punk­te zei­gen. In den meis­ten Fäl­len merkst du schon wäh­rend der Prä­sen­ta­ti­on: Das ist mein neu­es Logo!

Ein Beispiel aus der Praxis:

Merkmale eines guten Logos

Ein Logo funk­tio­niert, wenn es einen Aspekt dei­ner Orga­ni­sa­ti­on wider­spie­gelt, mit dem du dich stark iden­ti­fi­zierst. Das ist dei­ne Scho­ko­la­den­sei­te. Weil du die an dir selbst magst, zeigst du dich ger­ne mit dei­nem neu­en Logo. Viel­leicht druckst du es sogar gleich auf dei­nen neu­en Lieb­lings­be­cher und die T‑Shirts? Mit dei­nen ganz eige­nen Far­ben stichst du noch mehr her­vor – und wirst sogar bes­ser erinnert. 

Trotz­dem ist es nicht allein das Logo: Mit dei­nen Inhal­ten, dei­ner Anspra­che und dei­nen Bil­dern zeigst du stän­dig, wer du bist, und erzählst damit dei­ne Geschichte. 

So wirst du von der Unbekannten zur Vertrauten: 

  1. Zuerst wird dein Logo nur gese­hen – ein Gesicht unter vielen.
  2. Dann wird es dei­nem Auf­tritt zuge­ord­net – hier ent­steht Persönlichkeit.
  3. In der Fol­ge wird es zuver­läs­sig wie­der­erkannt – als Zei­chen mit Charakter.
Julia Harms – eine Frau mit hellbraunem Haar und schwarzem Pullover sitzt lächelnd an einem Schreibtisch, mit Regalen und einer teilweise geöffneten Tür im Hintergrund.

Julia Harms

Grafikdesignerin für gute Projekte

Ich gestalte Inhalte so, dass sie verstanden werden und Menschen zusammenbringen. Dabei arbeite ich eng mit meinen Kund:innen zusammen – kommunikativ, empathisch und mit Freude an schönen Ergebnissen.

Mein Ziel: Design, das Türen öffnet und Wirkung zeigt.

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